Vienhues Biomarkt - Newsletter März / April 2019

Aus eigenem Anbau

Nachdem wir in den letzten Jahren fast immer durchgehend im Herbst und Winter Feldsalat ernten konnten, hat uns insbesondere das Frostwetter Ende Januar/Anfang Februar teilweise einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch Postelein und andere Wintersalate haben sich sehr schwer getan …
In unseren Folienhäusern auf dem Anrather Acker wachsen jetzt schon Spinat, Rauke, diverse Salate und Kräuter sowie noch etliche Sätze Feldsalat. Gleichfalls ist Kohlrabi im Anbau und der erste Mangold im Freiland.

Arbeit

Ab Mitte/Ende März suchen wir noch einen Menschen, möglichst mit gärtnerischer Vorerfahrung, in vormittaglicher Teilzeit für unsere Biolandgärtnerei. Bewerbungen oder Anfragen bitte per E-Mail an vienhues-bioland@t-online.de.

Bustour

Auch in diesem Jahr planen wir eine Bustour zu den KollegInnen unserer Bio-Region-Niederrhein. Die Vorbereitungen laufen, und es wird sicher wieder eine spannende Tour geben.
Wir besuchen drei Betriebe und bekommen eine ganz persönliche Einsicht in die Arbeit unserer KollegInnen.
Die Ganztagestour wird einen Eigenanteil von 20 Euro an den Fahrtkosten plus 5 Euro Verpflegungskosten beinhalten.
Nähere Infos und Anmeldung unter: pia@biomarkt-willich.de oder telefonisch mittwochs von 8-16 Uhr unter 0160-89 370 74.

Unsere Schönwetterempfehlung: Radwanderweg „bienenAcht“

Die bienenACHT ist der Radwanderweg zu mehr Nachhaltigkeit in der Stadt Willich. Er wurde errichtet von den Imkern der Kolpingsfamilie Willich e.V. und lädt ein, acht Stationen mit Informationstafeln zum Thema Biene zu besuchen.
Näheres siehe: www.bienenacht.de

Leseanregung:
Der Agrar-Atlas

Daten und Fakten zur EU-Landwirtschaft auf knapp 50 Seiten prägnant auf den Punkt gebracht, sei es das Thema Biodiversität, europäische Tierhaltung oder das Höfesterben.
Der Agrar-Atlas zeigt, dass kaum etwas von den fast 60 Milliarden Euro, die die EU jährlich für die europäische Landwirtschaft ausgibt, für gesunde Lebensmittel, den Schutz von Umwelt, Klima und Biodiversität oder den Erhalt von kleinen und mittleren Betrieben verwendet wird.
Im Gegenteil: Von 80 Prozent der Gelder profitieren nur 20 Prozent der Betriebe. Aber der Atlas beweist auch, dass es falsch wäre, die Förderung der Agrarpolitik einfach abzuschaffen. Denn der Umbau zu einer nachhaltigen und global gerechten Landwirtschaft ist nicht umsonst.
Der Agraratlas kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung bestellt werden: www.boell.de/agraratlas

Leserwahl 2019

Die rege Teilnahme an der Schrot&Korn-Leserwahl im vergangenen Herbst hat uns sehr gefreut.
Die Bemerkungen sind für alle drei Läden überaus positiv ausgefallen. Der Willicher Hofladen darf sich dank der Bewertungen wieder freuen, zu den besten Hofläden Deutschlands zu zählen. Wir danken auch für die vielen Anregungen und Wünsche! Allerdings ist die Spanne der Wünsche recht groß, teilweise auch konträr, denn sie reichen in unserem Biomarkt in Viersen beispielsweise von einem ausschließlich glutenfreien bzw. veganen Angebot bis hin zur Einrichtung einer Frischfleischtheke …
Viele Bemerkungen der Leserwahl heben das auf Regionalität und Frische ausgerichtete Obst- und Gemüseangebot positiv hervor, loben die Kompetenz und Freundlichkeit der MitarbeiterInnen und sind – bis auf wenige Ausnahmen – mit der Vielfalt und Ausrichtung des Sortiments sehr zufrieden.
Die Wünsche ans Sortiment werden wir auf alle Fälle – wenn möglich und passend – berücksichtigen, da sich das Ladensortiment ohnehin ständig im Wandel befindet, aber es gibt tatsächlich auch räumliche Grenzen.

Danke für die positive Bewertung sagen (v.l.n.r.) Anja, Andrea, Ute, Birgit, Pia und Harald.

Auf dem Weg

Bioplastik - das klingt nach gut für die Umwelt und nach kompostierbar, also nach einer guten Sache. Ist aber nicht so einfach.
Biobasierte Kunststoffe sind ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, also zum Beispiel aus Maisstärke oder Kartoffelstärke. Biologisch abbaubar bedeutet den Zerfall unter bestimmten Umständen zu Wasser und Kohlendioxid.
Das Problem: In den meisten deutschen Kompostierungsanlagen wird nicht drei Monate lang kompostiert, sondern eher etwa vier bis maximal acht Wochen. Die Deutsche Umwelthilfe hat dazu eine Umfrage unter den Betreibern solcher Anlagen gemacht. Und fast alle haben gesagt, dass biologisch abbaubare Kunststoffe für sie ein Störstoff seien, der aussortiert werde und bestenfalls in der Müllverbrennung lande. Weitere Nachteile scheinen uns der starke Maisanbau zu sein, der hohe Energieaufwand bei der Herstellung und der Umstand, dass die Rohstoffe für Bioplastik konventionell angebaut werden, also auch mit allen Hilfsmitteln aus dem „Apothekerschrank“.
Natürlich ist Bioplastik besser, dennoch meinen wir, dass man vorsichtig damit umgehen muss.
Deshalb wollen wir in unseren Läden jetzt auf die kleinen Bioplastiktütchen in der Obst und Gemüseabteilung verzichten. Wir bitten hierbei um Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe. Bitte sprechen Sie uns an bei Ideen, Kritik oder auch Hilfe beim Verpacken Ihres Einkaufs für den Nachhauseweg.

Zur Kooperation zwischen Bioland und Lidl

Ein Gastkommentar von BNN-Geschäftsführerin Elke Röder Gleich vorneweg: Der Naturkost-Fachhandel hält keinerlei Rechte an den Leistungen der Bio-Bauern. Aber: Was uns seit Beginn eint, ist die Erkenntnis, dass unser Ernährungssystem umgebaut werden muss. Dieser gemeinsame Wille war damals eine Utopie. Nun wird deutlich: Wir haben einen wichtigen Teil des Weges bereits hinter uns. Wollen wir nun gemeinsam weiter gehen?
Das Geschäftsmodell von Discountern ist kein Geheimnis. Kernstück dieser Betriebsform ist eine erfolgreiche Niedrigpreispolitik. Ebenfalls kein Geheimnis ist, welch hohe Aufwände die Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung von ökologischen Lebensmitteln mit sich bringt. Das gilt in noch höherem Maße für Verbandsware.

Lidl bietet seit Anfang des Jahres deutschlandweit Produkte von Bioland-Bauern an. Keine einmalige Aktion, sondern eine langfristige Zusammenarbeit …
Ist der günstigste Preis für die Kunden und ein guter Preis für die Lieferanten möglich? Und ist das der künftige Motor unserer Utopie? Oder wird da quer subventioniert: Wer, wie Lidl, mehr als 95 Prozent seines Umsatzes mit Produkten aus Pestizid-Landwirtschaft macht, braucht für die restlichen 5 Prozent des Sortiments weniger genau zu rechnen. Wie lange rechnet ein durch Diskontierung wachsendes Unternehmen so? Bei wieviel Prozent Bio-Umsatz muss die Marge erhöht werden, um das Discountprinzip nicht grundsätzlich zu gefährden?
Oder gibt sich jemand der Illusion hin, aus Discount würde irgendwann Fachhandel werden? Und wenn man so naiv nicht ist, wenn man nicht denkt, dass Discounter von ihrem Prinzip bei Bioland-Produkten dauerhaft Abstand nehmen: Wie steigt man dann aus, wenn der Discounter der größte Kunde wurde?
Ich bin mir sicher, dass diese Fragen viele Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigen. Neben der ganz pragmatischen Betrachtung ist immer mehr Mensche auch der Blick auf das jeweilige Wertesystem wichtig.
Ein Discounter, der sich wirklich und langfristig für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft einsetzen möchte, müsste sich doch zu allererst den Problemen, die 95 Prozent seines Sortiments verursachen, widmen. Geht es also um Wahrhaftigkeit oder Verdrängung? Kundinnen und Kunden kaufen, knapp gesagt, dort ein, wo es ihnen gefällt. Neben den eigenen Ansprüchen an Qualität, Atmosphäre, Beratung und kurzen Wegen ist das Preisargument ein wichtiges. Trotzdem möchten viele Kunden ihr Geld nicht in die Stärkung der Pestizid-Landwirtschaft investieren.
Kunden möchten mit ihrem Einkauf Wertschöpfungsketten fördern, die vor Jahrzehnten eigens aufgebaut wurden, um gesellschaftliche, Umwelt- und Naturschutzziele zu erreichen. Der Fachhandel mit Naturkost und Naturwaren wird in Zukunft noch konsequenter an der Erfüllung dieser Utopie arbeiten. Mit allen Menschen, die sich dem gleichen Ziel verpflichtet fühlen.



Veranstaltungshinweise

März
Stille Verkostungen von Produkten der Firma Bioverde in allen Vienhues Biomärkten



Freitag
01. 03.
Vienhues Biomarkt in Viersen:
Verkostungsstand der Firma Sonnentor mit dem Schwerpunkt Kräuteraufstriche


Samstag
09. 03.
Saatgutfestival in Düsseldorf, 11.00 Uhr – 17.00 Uhr
Das Saatgutfestival in Düsseldorf setzt sich für die Vielfalt ein und will privaten GärtnerInnen den Zugang zu seltenen Sorten und Wissen rund um die Saatguterhaltung ermöglichen. Damit verknüpfte Themen, wie ökologisches Gärtnern und Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Umweltbildung, finden ebenfalls ihren Platz. Das Saatgutfestival ist Markt, Vernetzungsplattform und Wissensvermittlung in einem. Unsere KollegInnen vom Lammertzhof sind auch mit einem großen Stand vertreten.
www.saatgutfestival.de

Sonntag
10. 03.
Kindertrödel im Waldorfkindergarten Hollerbusch in Mönchengladbach, von 14.30 Uhr – 16.30 Uhr,
An den Hüren 23



Dienstag
26. 03.
Halbfastenmarkt in Kempen, der Krammarkt in Reinkultur




Freitag
29. 03.
Vienhues Biomarkt in Willich: Verkostung neuer Produkte der Firma Soto



Samstag
30. 03.
Gebrauchträdermarkt in Kempen
10.00 Uhr – 13.00 Uhr auf dem Buttermarkt in Kempen. Siehe: www.adfc-nrw.de



Sonntag
07. 04.
Naturmarkt, Genuss, Handwerk, Kunst in Rheurdt-Schaephuysen, 11.00 Uhr – 18.00 Uhr,
wir sind mit einem Stand der Bio-Region-Niederrhein vertreten.



Sa. 27. 04.
und
So. 28. 04.
Schloss Türnich, Kerpen:
Biogartenmesse – Spazieren Sie durch den preisgekrönten Schlosspark mit der faszinierenden Lindenkathedrale, bestaunen Sie das Lindenbaptisterium und die berühmte Schlosskapelle oder wandern Sie durch das Labyrinth und den Heilpflanzengarten. Der auf Schloss Türnich ansässige Demeter-Hof lädt mit seinen Produkten zum Probieren ein. Rund 80 Aussteller aus dem Biobereich werden dort ihre Produkte präsentieren.


Sonntag
28. 04.
NABU-Naturschutzhof Sassenfeld in Nettetal:
Saisoneröffnung und Pflanzenbörse.





Montag, der 04.03., ist Rosenmontag.
Alle Vienhues Biomärkte haben geschlossen!

In der Karwoche hat der Willicher Hofladen auch am Mittwoch, dem 17.04., geöffnet.